Als ich meinte dich zu lieben

Wollte ich das Alles nicht verlieren

Vor allem deinen Geruch.

Die Falten in deinen Mundwinkeln,
wenn du gelacht hast.
Dein Speichel.

Das wässrige dunkle Leuchten deiner Augen.
Millionen Meter tief.

Dein heisser Atem
in meinem.

Wenn du mich sanft geküsst hast,
mit weichen rasierten Lippen.

Wie du schmeckst.

Brustwarzen wie Speere.
Fordernde Zunge.

Dein zierlicher Körper ein weiter Bogen,
der sich mir entgegenspannt.

Stöhnen im Nacken.
Ein Schnurren.

Der bittere und salzige Geschmack
stoppeliger Achseln.

Die weiche Stelle zwischen
Schenkel und Vulva.

Dein Moosgeruch.
Dein Fluid.

Wie du meinen Schwanz.

Das Gleiten unserer Körper.
In der Sommerhitze.

Mein Sperma.
Dein Körper.

Dein Blick sagt
JA!

Wollte es nie verlieren.
Nie.
Habe es verloren.

Seit ich dich loslassen konnte.
Kann ich dein Gesicht streicheln.

Seit ich dich loslassen konnte.
Bin ich dir näher.
Als je zuvor.

Seit ich dich loslassen konnte,
verwandelte es sich in ein Gedicht.

Fettes Gold

Wenn im November um 16:19 Uhr

die Sonne von rechts

schräg auf die Welt knallt,

die Schatten genüsslich in die Länge zieht,

dann leuchten die Farben fett.

fettgrün,

fettgrau,

Goldfett.

Venushügel in Blattgold.

Junge Bäume spritzen Träume,

Erdefettfeucht,

alles kopuliert, alles Walzer!

Rechts ein scharfer Strich mit dem Lineal

im Himmel,

orangerot,

darunter ein neuer Himmel,

blaugrau,

gegenüber tropfen Wolken

grauorange

auf den Kopf,

hängen tief,

greifbar,

im Zwielicht.

Der Herbst küsst.