Gaumenfalke

Der Gaumen eine offene Schürfwunde. Alle Schlucke schmerzen, sind farblos. Die Krankheit filtert die Knospen heraus. Ein Stück Obst zerfällt in der Mundhöhle zu geschmacklosem Schleim, der teerzäh die wunde Kehle hinunterstreicht. Der Tag ist in stumpfes Fieber gekleidet und trudelt durch die Welt. Körperbrennen mit feinstem Hautprasseln. Glasige Blicke stellen gläserne Fragen. Watteschädel brummen monotone Halbantworten. Das einzig Wahre ist der Schleimfaden, der unablässig aus dem offenen Wundmundwinkel stürzt und die Sekunden zu Stunden verklebt.

Aus diesem Sumpf erhebt sich die Klarheit wie ein Falke. Späht durch den Menschen auf der Suche nach Beute. Auf der Suche nach dem Ich. Ein spitzer Schrei. Der Falke stößt vom Himmel, sein Ziel fest im Blick. Das Ich erstarrt. Der Zugriff des Falken.

2 Kommentare zu „Gaumenfalke

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