Mein 2012

Januar
Es ist kalt. In Peru stirbt ein 4-jähriges Mädchen an Blutkrebs. Sie weiss, dass ihre Zeit in diesem Leben gekommen ist und sie einen neuen Anlauf nehmen muss. Sie ist klar. Allein die Erwachsenen um sie herum sind bestürzt.

Februar
Die Frau, die ich liebe, wird gesegnet.

März
Farben durchbrechen Schneekrusten. Es sind winterharte Farben, kennen die Kälte nicht. Sie duften warmweich und öffnen verschlafene Lider. Gleichzeitig gähnt eine Armada von Bäumen in die Sonne und streckt der Welt zartgrüne Zungen heraus.

April
Ein einbeiniger Mann kauft sich ein Paar neue Schuhe. Der Schuhverkäufer ist einsilbig.

Mai
Aufmarsch der Schwänze am Nacktbadesee. Tanzen mit rasierten Muschis im kühlen Nass und zwingen die Freude herbei. Jedesmal wenn die Eicheln auf die Wasseroberfläche klatschen, kichert die kalte Krume und weiss es besser.

Juni
Die Hormone werden selbstständig. Sie erstellen einen Marketingplan und kommen mit einem Produkt auf den Markt, das genau den Trend der Zeit trifft. Überraschenderweise greift niemand zu. Hormonskepsis. Am Markt vorbei gegeilt. Die Hormone verarmen, nehmen es nach außen hin jedoch sportlich.

Juli
Einst Keim, jetzt Abitur. Liebe. Soviel Liebe. Verpiss dich, Liebe! Nach Tokio, nach München, nach Nürnberg, nach Leipzig. Verpiss dich, bitte. Bleib…

August
Die Vertrauheit ist zu Besuch. Sie macht Dinge, während ich die Vertrautheit geniesse. Sie macht immer Dinge. Irgendwelche. Anstatt mich zu lieben. Denkt es in mir und ich verwerfe. Verwerfen hilft mir, nicht geliebt zu werden. Nicht geliebt zu werden gibt mir ein Gefühl von. Eigennutz.

September
Da ist dieser Mann, der sich einbildet etwas machen zu müssen, obwohl er es nicht machen muss. Das einzige, was er muss, ist loslassen. Er erkennt das, muss aber immer müssen. Ist ein Muss-Junkie. MussMuss. Sie muss auch. Sie mussen zusammen. Wenn beide mussen, wer kann dann?

Oktober
Ich verliere den Anschluss an mich. Treibe ziellos wie ein Blatt auf dem Ozean.

November
Im November erzähle ich allen die Geschichte vom krassen Wandel und warum er nicht stattfindet. Unglaublich, wieviele Wahrheiten mir einfallen. Dann höre ich Musik.

Dezember
Bscherrer erkennt, worum es geht. Es geht um Geschichten. Immer. Während der Rest der Menschheit denkt, es gehe um erdachte Wahrheiten. Er schüttelt sein Fell und setzt zum Sprung an.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s