Feucht und glänzend

Sie liegt unter mir, leckt meine Fußsohlen. Ihre Zunge warm und rauh. Sie schmatzt weich während ich auf ihr gehe. Ihre Haut schwarz wie die Nacht, der Regen macht sie feucht und glänzend. Meine Fußsohlen spüren ihre Derbheit, die Risse, die die Jahre in sie geschlagen haben. Möchte jeden einzelnen Riss mit meinem Begehren schliessen, sättigen, füllen. Satte Risse im Zungenasphalt. Bei jedem Schritt greifen meine Zehen nach ihr, fassen nach ihr, streicheln nach ihr. Fass Fuß! Fass fest! Lass sie nie wieder los! Sie wehrt sich nicht, gibt mir ihre warme Lust im Sommer im Regen.

Ich bin nicht der einzige, der sie betritt. Sie dient vielen Herren. Liegt breitbeinig da und läuft aus. An der Ampelkreuzung legt sie sich sanft nach links. Wie zart so zärtlich. Autoreifen gröhlen über sie hinweg, begrapschen sie, schneller Sex. But me, möchte stundenlang geleckt werden, in ihrer Zunge taumeln. Auf Zungen gehen, die große Kunst. Ich bin erregt und lasse sie es spüren. Sie summt tief.

Vor dem Supermarkt halte ich kurz inne. „Kann ich dich kurz allein lassen?“ Ich frage nicht sie, sondern mich. Sie antwortet nicht. Ich antworte nicht. REWE steht da. EWER zurück. Wie schreibt man EVER? Sie weiss es nicht. Guckt mich mit großen Augen an, als ich hineingehe, aber ich sehe ihr Herz wild schlagen. Bitte lass mich nicht. But me, ich muss. „Bin gleich wieder da.“ sage ich und halte mein Wort.

Verliebte Strassen.

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