Alltag 01

Auf dem Laufband liegen:

6 Brotzeiteier, gefärbt, in Plastik, 0,99 €
6er Pack Bier, Schloss Edel-Pils, in Plastikflaschen, 3,66 €
1 ColaMix Getränk Schwipp-Schwapp, 1,5 l, Plastikflasche, 1,14 €
Spitzpaprika rot, 500 g Schale, Plastik, 1,49 €
Weintrauben, Klasse I, kernlos, Plastikschale 500 g, Italien, 1,49 €
Plastiktüte mit roten Griffen, 0,10 €

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Nein.
Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.
Ebenso, vielen Dank.
Auf Wiedersehen.
Auf Wiedersehen.

Sof und Möb 02

Drosophila ist eine Gattung aus der Familie der Taufliegen (Drosophilidae). Die Taufliegen, auch Obst-, Frucht-, oder Essigfliegen genannt, sind eine Familie der Fliegen (Brachycera) innerhalb der Ordnung der Zweiflügler (Diptera). Der Name Drosophila ist eine moderne Verknüpfung des griechischen δρόσος (dró­sos = Tau) mit dem Wort φίλος (phílos = liebend) und der weiblichen lateinischen Endung -a.

Es handelt sich bei ihnen um kleine, meist zwei Millimeter lange Fliegen, die fast überall vorkommen: in feuchten Laubwäldern und an Waldrändern, aber auch in der Nähe menschlicher Behausungen. Sie werden von faulenden Früchten sowie Getränkeresten in offenen Flaschen angezogen, von deren gärenden Sub­stanzen sie sich ernähren. Der deutsche Trivialname Obstfliegen ist auf diese Vorliebe für faulendes Obst zurückzuführen.

Weltweit sind über 3000 Arten bekannt. Man unterscheidet Wildarten und Kulturfolger, die sich an menschli­che Lebensgewohnheiten angepasst haben und vorwiegend im Kompost und überall dort leben, wo Früchte lagern oder Fruchtsäfte gären. Kulturfolger sind beispielsweise Drosophila melanogaster, die bekannteste Art, die zwei bis drei Millimeter lang wird, gelbbraun gefärbt ist, schwarze Hinterleibsringe und rote Augen besitzt und im 20. Jahrhundert zu einem Standard-Untersuchungsobjekt der Genetik wurde.

Amöben (gr. αμοιβή amoibe = Wechsel) oder Wechseltierchen sind eine große, vielgestaltige Gruppe von Einzellern, die keine feste Körperform besitzen, sondern durch Ausbildung von Scheinfüßchen (Pseudopodien) ihre Gestalt laufend ändern. Amöben sind eine Lebensform, keine Verwandtschaftsgruppe.

Amöben sind zwischen 0,1 und 0,8 mm groß. Die meisten Arten sind nackt. Neben den heterotrophen Arten, die sich durch Phagocytose ernähren, gibt es auch amöboid bewegliche Einzeller, die Chloroplasten enthalten und Photosynthese betreiben. Am bekanntesten sind die Riesenamöben der Gattungen Amoeba und Chaos.

Amöben sind fast überall zu finden. Manche Gattungen sind global von der Arktis bis zur Antarktis verbreitet, und viele können sogar aus der Luft isoliert werden, wobei es sich zumeist um Dauerstadien (Zysten) handelt. Besonders zahlreich sind sie in feuchten Böden und Schlamm vorhanden, viele Gattungen sind aber auch im Süßwasser und im Meerwasser verbreitet. Amöben sind meist durchsichtig und können ihre Form ständig verändern. Im Zellinneren sieht man das körnige Endoplasma (auch: Entoplasma) pulsieren, das viele kleine Bläschen enthält. Weiter außen liegt das strukturlos wirkende Ektoplasma. Der Zellkern ist meistens schlecht erkennbar.

[Quelle: Wikipedia]

Papa II

der mann trinkt morgens einen holundertee. dreieinhalb minuten gezogen, auf die sekunde. den schlips bindet er korrekt in genau dreissig sekunden. scheitel links. schuhe braun. bügelfalte. nicht ein fussel auf dem dunklen Jacket. er schließt ab und geht wie jeden morgen nach der hofeinfahrt links. eine lange strasse.

Die Bäume sind zum Atmen da, mein Sohn.“

er atmet. in weiter entfernung am ende der strasse sieht er etwas. er bleibt stehen.

 

Papa I

Papa hatt rasen gemäd. Dann is er bier getrunken gegangen. Er is ofd biertrinken saufn, sagd Mama.

Dann hatt Mama gesagt, wir machen das gras jezz zusammen. Si hat rechn geholt und wir haben das ganze Gras auf ein Haufn. Hatt lang gedauerd, sofiel war das. Ein risnhaufn Gras. Dann hatt Mama gesagd, wir solln da alle reinspringn. Das had Schbass gemachd. Wir sinn alle mal reingeschbrungn, Mama, Ralf, Gerd, uta un ich. Di hare voll Gras. Das wahr doll. SoFiel Schbass. Den gansen nachmiddag. Uta haben wir im Gras vergrabn. Wie ohstern suchen. Ach ich see dich nich un einfach drauvgeschbrungn. Uta had gelachd unter den Gras.

Nechstn Tag war der haufn immer noch da.
Papa auch.

 

5

Der Mann sitzt auf der Terasse vor seiner Erdgeschoßwohnung. An der Holzterasse lehnt ein winzig kleiner Garten, frisches Gras und im Eck ein großer Baum. Der Mann sitzt in Tshirt und kurzer Sporthose auf einem weißen Stuhl, das Gesicht der Sonne zugewandt. Maisonne. Die Wohnung liegt an einer kleinen Strasse. Der Mann beobachtet. Himmel. Vögel. Nachbarn. Vorbeigehende Passanten. Bleiche Beine. Seine Zehen. Den großen Zeh des linken Fusses betrachtet er länger sehr genau. Er denkt.

Eine ältere Frau nähert sich auf dem Fahrrad. Sie fährt auf dem Bürgersteig. Ihr Blick ist konzentriert, auf das Vorderrad gerichtet. Sie fährt sehr langsam. Das leise Klicken des Hinterrades. Sie trägt lange Hosen, eine Winterjacke und eine Mütze. Sie fährt gerade so schnell, dass sie nicht umfällt. Langsam am Garten des Mannes vorbei. Der guckt. Die Frau nicht. Sie denkt. Der Mann folgt der Frau mit dem Blick bis sie am Grundstück vorbei­getuckert ist. Dann zuckt er mit den Schultern. Ein Vogelzwitschern.

 

4

Ein silberfarbener Suzuki Ignis. In die Jahre gekommen, schmutzig und mit einigen Dellen. Am Steuer sitzt ein älterer Mann, kurze graue Haare, kurzer Vollbart, Brille. Er hält an der Ampel, Straßenbahnhaltestelle Westplatz. Die rechte Sonnenblende ist heruntergeklappt. Er sitzt allein im Wagen. Er starrt angestrengt auf die Ampel. Rot. Er bewegt sich nicht. Alles andere um ihn herum ist in Bewegung. Fußgänger, Straßenbahn, Fahrrad­fahrer, Bäume. Er bewegt sich nicht, sitzt starr und starrt. Wie gemeisselt. Eine Minute. Noch eine Minute und eine weitere. Die Ampel schaltet auf Grün, er gibt sofort Gas, zuviel, und fährt mit schleifender Kupplung los. Der Himmel ist strahlend blau. Der Mann biegt ab in die langgezogene Linkskurve.

Die rechte Sonnenblende ist heruntergeklappt.